Découverte Orange

Manus Entdeckungstour in Frankreich

Erasmus-Abschlussbericht

August20

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1. Vorbereitung (Planung, Organisation und Bewerbung beim Unternehmen)

Mit der Planung meines Auslandsaufenthalts habe ich Anfang September 2008 begonnen, um genügend Zeit zu haben einen Praktikumsplatz zu finden und auch die Organisation neben dem Praktikum (Förderungsmöglichkeiten, Wohnung, Versicherung) schon im Voraus abklären zu können. Ich habe mich dazu entschieden ein Auslandspraktikum zu machen, anstatt zu studieren, denn so lerne ich nicht nur mehr über Land und Leute, sondern kann auch in die Arbeitswelt im fremden Land hineinschnuppern. Des weiteren erschien mir das vierte Semester (Sommersemester 2009) als der optimale Zeitpunkt, die Theorie in die Praxis umzusetzen, da die Halbzeit des Bachelor-Studiums schon überschritten und der Studiumsabschluss noch nicht allzu nahe war. Dadurch, dass ich die Frankoromanistik als Schwerpunkt in meinem B.A. Studium European Studies belegte, war natürlich Frankreich mein bevorzugtes „Reiseziel“.

Meine Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz beschränkte sich vorwiegend auf Internetrecherchen. Schon bald stand für mich fest, dass ich für ca. fünf Monate im Bereich der Festivalorganisation oder dem Tourismus arbeiten möchte, da ich mir auch für meine zukünftige Berufstätigkeit beide Branchen gut vorstellen könnte. Bei der Suche nach Förderungsmöglichkeiten (ERASMUS) bin ich zufällig auf der Internetseite des Career Service’s meiner Heimatuniversität Passau auf den Pool mit internationalen Unternehmensannoncen gestoßen. Darunter war auch eine Anzeige meines jetzigen Praktikumsgebers, dem Office de Tourisme d’Orange für eine Praktikantenstelle für die Sommersaison von April bis August 2009. Auf mein Bewerbungsschreiben, das ich etwa Mitte Oktober per E-Mail weggeschickt hatte, bekam ich auch sehr bald eine Zusage.

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2. Unterkunft

Bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft erhielt ich Hilfe durch meinen Arbeitgeber, der die Wohnungssuche für mich weitestgehend übernahm. Meine erste Vermieterin meldete sich daraufhin telefonisch bei mir, um die Einzelheiten (Preis, Leistung,..) zu besprechen. Von April bis Juni wohnte ich in der wunderschönen Villa Aurenjo mit Swimmingpool und großem Garten, einem Bed&Breakfast-Haus in zentraler Lage. Dort hatte ich ein Schlafzimmer mit kleiner eigenen Küche und eigenem Bad. Die Kommunikation mit der Vermieterin gestaltet sich jedoch ziemlich schwierig, da sie, obwohl sie im selben Haus wohnte, nur selten verfügbar war und auch sonst sich eher wenig hilfsbereit zeigte. Nachdem ich mein Zimmer schon während dieser drei Monate mehrmals wechseln musste, weil andere Gäste mein angemietetes Zimmer bewohnten, sollte ich für die Hauptsaison in den Monaten Juli und August nun gänzlich die Villa Aurenjo verlassen und stattdessen in einem ihrer weiteren Appartements am Stadtrand von Orange wohnen. Dadurch, dass ich hier in Orange ohne Auto war, entschied ich mich dazu, mir eine neue Bleibe für die restliche Zeit zu suchen, was während der Hauptsaison natürlich ein schwieriges Unterfangen war.

Dank der Hilfe und der Kontakte meiner Kollegen des Office de Tourisme d’Orange bin ich dennoch fündig geworden. Die verbleibenden zwei Monate verbrachte ich bei einer Frau, die ihr leer stehendes Zimmer an mich privat vermietete. Auch wenn ich nicht länger den Luxus eines Privatpools und eines großen Garten hatte, so fühlte ich mich dort sehr wohl, was vor allem auch an der Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Offenheit meiner Vermieterin lag.

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3. Arbeit

Office de Tourisme d’Orange

Das Office de Tourisme d’Orange ist das Fremdenverkehrsamt der Stadt Orange in dem Departement Vaucluse im Süden Frankreichs. Unter der Direktion von  Sylvie Chapon spaltet sich der Zuständigkeitsbereich des Office de Tourisme d’Orange in folgende vier Hauptbereiche :

- Presse- bzw. Werbearbeit (Evelyne Miller)

- Sekretariat (Marie-Laure Dupre)

- Organisation und Ausführung von Fremdenführungen (Marie-Laure Dupre und 8    staatlich anerkannte Fremdenführer)

- Empfangsservice (Hauptoffice (Januar bis Dezember) & Zweigstelle (Juli und August))

Der Hauptakzent liegt beim letztgenannten Betätigungsfeld. Hierfür sind drei Hostessen ganzjährig angestellt, die durch drei Saisonarbeitskräfte und daneben (ausländische) Praktikanten ergänzt werden. Der Aufgabenbereich entspricht weitestgehend dem eines Praktikanten, weswegen ich deshalb erst im Gliederungspunkt „Hauptaufgaben“ genauer darauf eingehen werde. Des weiteren wurde in diesem Jahr ein neuer Internetauftritt in französischer und englischer Sprache verwirklicht (www.otorange.fr).

Hauptaufgaben

Praktikanten im Office de Tourisme d’Orange arbeiten hauptsächlich am Empfangsschalter. Der Aufgabenbereich ist jedoch sehr vielfältig. Im Vordergrund steht selbstverständlich die Touristenberatung vor Ort. Von Interesse sind hierbei nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Stadt, allen voran das antike Theater und der Triumphbogen, sondern auch lohnenswerte Ausflugsmöglichkeiten in der näheren Umgebung, da der Papstpalast in Avignon oder die römische Ausgrabungsstätte in Vaison-la-Romaine nicht weit entfernt sind. In meinen letzten beiden Praktikumsmonaten Juli und August – der Hauptsaison – wurde auch vermehrt von der Last-Minute- Zimmerreservierung Gebrauch gemacht. Das Office de Tourisme bietet diesen Service sowohl für die örtlichen Hotels, als auch für diverse Ferienwohnungen und Bed&Breakfast-Hotels an. Neben dem Verkauf von Büchern, Postkarten und allerlei Souvenirartikeln ist man auch für den Verkauf von Tickets zuständig, die es sowohl für Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Comedy-Aufführungen, sowie für Exkursionen zu erstehen gibt.

Zu den alltäglichen Aufgaben eines Praktikanten gehörte auch die Verwaltung von Informationsmaterial, das heißt die Pflege der Broschüren-Auslage und die damit verbundene Kommunikation mit Geschäftspartnern wie Freizeitparks oder Hotels, ebenso wie der Courrier-Dienst zwischen dem Office und dem Büro. Am Computer wurden sowohl Dokumentenanforderung bearbeitet, sowie die Verfügbarkeit von Hotels für die Reservierungen überprüft.

Daneben konnten ich als Praktikant vor allem von der engen Zusammenarbeit zwischen dem Office de Tourisme und dem Rathaus von Orange profitieren. Diverse Übersetzungsaufgaben, die ich übernehmen durfte, stellten nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Praktikumsalltag dar, sondern forderten und förderten mich gleichermaßen. Die Arbeit bestand sowohl aus Übersetzungen für den Briefverkehr, als auch einer Betreuung deutscher Besucher vor Ort. Dadurch konnte ich in ein anderes Berufsbild hineinschnuppern und gleichzeitig den Luxus diverser Annehmlichkeiten, wie etwa einer Privatführung im bekannten Weinanbaugebiet Chateauneuf-du-Pâpe durch einen Winzer, genießen.

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4. Fazit Praktikum

Als Praktikumsstelle für eine Saison (ein Sommersemester) ist Orange und dessen Tourismusamt der optimale Ort und ich kann es durchaus weiterempfehlen. Ich konnte vor allem von der Zusammenarbeit mit meinen französischen Arbeitskollegen, die sich stets sehr offen, hilfsbereit und geduldig zeigten, sowie der Arbeit am Empfangsschalter profitieren. Dadurch dass man den gesamten Arbeitstag hindurch präsent sein und Auskünfte geben musste, verbesserte sich die mündliche Ausdrucksweise rasch. Besonders interessant fand ich auch die Lage im Herzen der Provence, mit vielen Ausflugszielen, die man sowohl den Touristen empfehlen oder selbst bereisen konnte. Der Kontakt zu vielen Menschen verschiedener Nationen stellte die  Menschen- & Sprachkenntnisse immer wieder erneut auf die Probe und machte die Arbeit besonders reizvoll, indem man sich auf die unterschiedlichsten Charaktere einstellen musste.

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5. Freizeit

Das Office de Tourisme hatte während meines Aufenthaltes täglich von 9 Uhr morgens bis um 19.30 Uhr abends geöffnet. So waren die Arbeitstage, trotz 1,5stündiger Mittagspause relativ lang, wobei man sich daran nach kurzer Zeit gewöhnt hatte. Die Mittagspause verbrachte ich entweder im Park Gasparin, der gleich hinter dem Office zu finden ist oder aber ich aß daheim, da meine beiden Wohnungen sehr zentrumnah lagen.

Die Einkäufe waren auch problemlos ohne Auto zu erledigen, da der Supemarkt Intermarché nur 5 Minuten vom Office und von meiner Wohnung entfernt lag und es dort so gut wie alles zu kaufen gab. Auch Bäckereien gab es in dem Stadtzentrum ausreichend. Besonders zu schätzen wusste ich den Wochenmarkt am Donnerstag Vormittag, bei dem man vor allem Obst und Gemüse zu fairen Preisen erstehen konnte, die zudem meist frischer als im Supermarkt waren - von dem Flair eines provenzalischen Marktes ganz zu schweigen.

Auch wenn Orange eher eine verschlafene Kleinstadt ist und man nicht von einem wilden Nachtleben sprechen kann, musste man die Abende nicht daheim vor dem Fernseher verbringen. Das örtliche Kino oder die (einzige) belebte Kneipe „Du Théâtre“ direkt gegenüber der Mauer des antiken Theaters waren gern besuchte Ort während meiner Zeit in Orange. Auch die Picknicke in dem Park Colline St. Eutrope bei Sonnenuntergang und Blick auf den Mont Ventoux habe ich sehr genossen. Besonders in den Sommermonaten Juli und August waren aber auch diverse Veranstaltungen geboten. Highlight waren natürlich die Chorégies, ein großes Opernfestival, zu dem jährlich mehr als 50. 000 Leute anreisen und auch das Konzert des Buena Vista Social Clubs. Daneben gab es mehrere kleinere Veranstaltungen auf der Esplanade Verdi, die jedoch meistens eher das ältere Publikum ansprachen. Oft habe ich mir gewunschen, ein Auto hier in Orange zu haben, denn nicht alles – und vor allem abends – ist mit Bus und Zug zu erreichen. So blieb mir das Nachleben von dem nahe gelegenen Avignon leider verwehrt.

Wenn ich nicht im Office de Tourisme am Empfangsschalter saß, nutzte ich oft meine Zeit dazu die Gegend zu erkunden. Die bedeutensten bzw. größere Städte waren alle mit dem Zug einfach und problemlos zu erreichen. So bestaunte ich nicht nur die Arenen in Nîmes und Arles, nutzte den Schlussverkauf in Montpellier und Lyon und tanzte auf der Pont d’Avignon, sondern machte auch in einigen anderen Städten Rast. Kleinere Städte im Hinterland, wie zum Beispiel Vaison-la-Romaine, waren mit den Bussen zu erreichen.

Den schönen Luberon mit seinen vielen verträumten, piktoresken Dörfern konnte man allerdings nur mit dem Auto erkunden. Auch das Meer ist in kurzer Zeit mit dem Zug zu erreichen.. da muss man sich nur noch entscheiden, ob man ins moderne Marseille oder ins vielfältige Toulon möchte…

Ab Juli bot es sich auch an, sich im öffentlichen Schwimmbad auf der Colline die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen oder lieber auf dem Weiher im nahe gelegenen Ort Piolenc zu plantschen.

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6. Fazit: beste und schlechteste Erfahrung

Während meiner Zeit hier in Orange habe ich sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht, wobei am Ende doch die Zufriedenheit über das vergangene Semester überwiegt. Die große Gastfreundlichkeit  meiner Kollegen lies mich von Anfang am Arbeitsplatz sehr wohl fühlen und ich wurde auch als Praktikant gut ins Team eingebunden. Neben der Verbesserung der Sprache – sowohl des Verstehens, wie auch des Sprechens – nahm ich auch viel von der französischen Lebensweise mit, sei es nun beim Einkauf am Wochenmarkt oder beim Abendessen unter Freunden. Besonders Spaß hat mir die Dolmetscher-Aufgabe bei dem Besuch eines deutschen Bürgermeisters gefallen, welche Abwechslung in den Arbeitsalltag brachte und mich in mehrfacher Hinsicht forderte und förderte.

Von der bereits beschriebenen Wohnungsproblematik (siehe 2. Unterkunft) und den auf Grund von Touristenmangel meist recht einsamen Sonntagen im Office de Tourisme abgesehen kann ich eine durchaus positive Schlussbilanz ziehen. Das Praktikum im Fremdenverkehrsamt der Stadt Orange bietet perfekte Bedingungen für ausländische Studierende, die in einem tollen, hilfsbereiten Team die Vorzüge der wunderschönen Paca-Region erfahren möchten.

Ruhe nach dem Sturm

Juni19

Heute hat es doch tatsächlich auch in Orange einmal einen “orage” gegeben… aber nach der letzten heißen Woche mit Temperaturen über 30 Grad, war die Abkühlung richtig angenehm..außerdem musste ich ja eh schon wieder arbeiten (Oli hat sich die freien Tage jetzt aber auch wirklich schon verdient). Wobei es schon einen großen Unterschied zwischen einem Schauer hier und einen in Deutschland gibt. Wenn es hier regnet, dann schüttet es immer wie aus Eimern (das ist noch gleich), aber das dauert nur ne halbe Stunde oder Stunde und schon hat man wieder blauen Himmel und Sonnenschein … und wenn man besonderes Glück hat, dann kann man abends noch das anschaun..(in live natürlich noch viiiiel toller :)

sonnenuntergangps: Die Berichte über meine letzte Woche zusammen mit meiner Mama beim Erkunden von Paris und der Provence folgen am Montag… und falls ich Lust dazu haben sollte (d.h. kein Badewetter ;) , auch ein kleiner Zwischenbericht von meinem Praktikum - ich arbeite ja schließlich auch.

Assemblée generale

Juni4

Am Dienstag war dann die lang geplante Generalversammlung des Office. Dazu wurden so ziemlich alle Geschäftsleute der Gegend eingeladen.. und das waren verdammt viele (Ratet mal, wer die alle anrufen durfte um zu fragen, ob sie kommen). Natürlich kamen dann von den 200 eingeladenen Gästen nicht ganz so viele – genau gesagt um die 30..das gute daran, es bliebt massig Pizza und sauleckere Apfeltarte übrig … war natürlich total doof, dass wir die dann alle selber essen mussten ;)

Hier ein Bildchen zum Neidisch machen 

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Journée médiévale

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Am letzten Samstag war also Mittelalter-Tag in Orange..leider auch im Office. So mussten / sollten wir uns als Burgfräulein verkleiden. Das war ja an sich kein Problem, wäre da nicht mein netter Kollege gewesen, der sich  einerseits weigerte sich selbst zu verkleiden (wohl zu eitel dafür ;) , aber uns (oder besser gesagt mich) immer anstachelte und sich über das Kostüm lustig machte … des hat mich dann schon so richtig genervt…v.a. noch mehr, als er so meinte, wie hübsch das denn aussehen würde (es sah schrecklich aus !!!). Meine schlechte Stimmung konnten weder die drehenden Spanferkel am Rathausplatz, noch meine verkürzten Arbeitszeiten (Guillaume hatte dann doch Mitleid mit mir und lies mich früher gehen) wieder verbessern…Ich habs dann mit einem 6-Stunden-Grey’s Anatomy- Marathon versucht, aber das half dann auch nur bedingt… Alles in allem ein ziemlich dummer Tag…aber das gehört wohl auch dazu.

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Mein Wochenende als Übersetzerin (Teil III)

Mai26

Am Sonntag hab ich dann etwas ganz außergewöhnliches gemacht - ich war (seit langer langer Zeit mal wieder) in der Kirche; und diesmal war nicht mal ein Konzert ;) Das alles hab ich nur für die beiden Bürgermeister und deren Verständigung untereinander gemacht - dummerweise hab ich die falsche Kirche erwischt .. und stand dann alleine dort.. Dank meinen Heißhunger auf ein Eis, der mich nochmal in die Innenstadt lockte, hab ich dann auch wieder meine zu “beaufsichtigenden Personen” gefunden und war rechtzeitig zum Café-Trinken mit dem Bürgermeister von Orange am richtigen Fleck.. und es ist so gut wie gar ned aufgefallen, dass ich in der falschen Kirche war. Danach gabs dann noch einen leckeren Salate niçoise (natürlich war ich auch da wieder - wie schon das ganze Wochenende über - die letzte, die aufgegessen hatte)… und dann hatte ich endlich wieder meine Ruhe und musste den Rest des Tages nur noch den Stadtplan im Office erklären. Ausklingen ließ ich den Tag dann am bzw. (das erste Mal auch) im Pool (tolle Sache bei Temperaturen über 30 Grad) und danach einen weißen Chateauneuf-du-pape am Pool serviert.

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Mein Wochenende als Übersetzerin (Teil II)

Mai26

Samstag ging es dann – in Begleitung eines Audio-Guides – zur Besichtigung des Palais-des-Papes, den ich bisher zum Glück nur von außen begutachtet habe. Und der ist von innen echt nochmal doppelt so groß, wie wenn man ihn nur von außen sieht und sich vorstellt, was sich wohl hinter den hohen Mauern alles verbirgt… und dank der spanischen Touristengruppe mit eigener Führerin konnte ich nebenbei gleich noch meine Spanisch(versteh)kenntnisse aufbessern.

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Nach diesem angenehmen Teil (ohne Übersetzertätigkeit) ging es dann zum Mittagessen – eigentlich ja auch angenehm, aber nicht, wenn immer über Politik gesprochen wird und ich das übersetzen muss…aber nicht nur an der Sprache konnte man die Deutschen von den Franzosen unterscheiden, sondern auch bei der Essenswahl. Unsere „Nachbarn“ wählten selbstverständlich das Menü, wohingegen wir zum großen Hauptgericht griffen. Nur bei der Getränkewahl waren wir uns einig: Es musste Wein sein…besonders dem Bürgermeister scheint dieser außerordentlich geschmeckt zu haben 

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Vielleicht wollte er sich aber auch nur schon mal auf unseren Besuch in Chateauneuf-du-pape einstimmen. Nach einer heißen Erklärung in den Weinbergen – es hatte durch die aufgeheizten Steine ganze 38 Grad im Schatten – ging es mit dem Winzer dann zur Abkühlung in ein Café und dort gab es natürlich … WEIN. Abschließend ging es noch in seinen Weinkeller (mit Riesenfässern) und zur Degustation. Heiße Temperaturen und Wein - eindeutig keine gute Kombination ;9

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Abends wartete dann noch mein persönliches Highlight: Diner bei Sonnenuntergang im antiken Theater – etwas, was ich mir selber wohl nicht so einfach leisten würde / könnte.

Auf dem Speiseplan stand:

Champagner (an den ich mich echt gewöhnen könnte, auch wenn mich Maxi jetzt als Bonze bezeichnet ;), danach Scampispieß mit Lauchgemüse als Vorspeise, zum Hauptgang dann super zartes Lamm (besser als bei Muttern ;) mit Senf-Zuchini-Gemüse und Kartoffelpüree und als Nachtisch einen Erdbeer-Pistazien-Shake. Als Extra gab es dann noch Unterhaltung vom feinsten seitens des Restaurantbesitzers (der wohl selber schon etwas zu viel Champagner erwischt hatte – oder ist der etwa immer so ?!?)

Zum Tagesabschluss ging es dann noch in die Kirche – natürlich nur, um dort ein Konzert anzuhören. Gesungen hat der Chor von Orange und der von Rastatt – beides kein großes Kino, aber ein schöner Tagesabschluss allemal.

Mein Wochenende als Übersetzerin (Teil I)

Mai25

Freitag Mittag – ab in die Mensa zum Kaiserschmarrn essen, dann noch ein kurzes Date mit Französisch und dann auf ins Wochenende…ja, ne, denkste…dieses Wochenende war vollbepackt bis obenhin mit Ereignissen, weswegen ich auch erst jetzt dazu komme, darüber zu berichten. (wäre ich in Deutschland beim Kaiserschmarrn essen, dann würde ich jetz wohl auch keinen blog schreiben)

Statt im Office zu sitzen und auf Kundschaft zu warten, wurde ich ans orangene Rathaus übermittelt und für das gesamte Wochenende beauftragt. Es rollte nämlich ein deutscher Bürgermeister , mit samt Gattin im blank geputzten Mercedes (natürlich mit getönten Scheiben ;) an. Meine Aufgabe war hauptsächlich die einer Übersetzerin…der Bürgermeister konnte zwar auch – mehr oder weniger – französisch, aber meistens sollte es wohl doch eher den Anschein haben, dass er verstanden hat, was man zu ihm (auf französisch) gesagt hat und nicht, dass er es wirklich verstanden hat (wie sich nicht nur einmal herausstellte ;)… alles in allem konnte aber auch ich – obwohl ich wohl die einzige arbeitende Person aller Anwesenden war – doch auch von dem Besuch profitieren.

Statt dem 1-Euro-Mensa-Essen gab es Freitag Mittag nach der Ankunft erstmal ein Mittagsmenü (Räucherlachs, Nudeln, Amaretto ;) - dank super interessanten Gesprächsthemen (die ich übersetzen musste), von denen ich 1. nicht allzu viel Ahnung hatte (um nicht keine Ahnung zu sagen;) und die mich 2. noch das ganze Wochenende verfolgen sollten – Politik und Wein, blieb leider die Hälfte (mittlerweile kalt gewordenen) Nudeln übrig – aber das Wochenende hielt zum Glück noch allerhand andere Leckereien für mich bereit, weswegen ich das schon verkraften kann (so im Nachhinein gesehen).

Am Nachmittag war dann auch schon meine volle Entertainer- und Stadtführerfähigkeit gefragt: Es ging darum, dem Bürgermeister die Kultur Orange’s nahe zu bringen – So besichtigten wir mit großen Interesse das antike Theater und später die Innenstadt (mit Hauptaugenmerk auf die Schuhgeschäfte ;)

Abends wartete dann auch schon der nächste Event auf mich – Empfang bei Bürgermeister von Orange und seinen Abgeordneten. Nachdem die örtliche Presse über den hohen Besuch informiert war, ging es dann in die Vollen. Nun war ich nicht mehr die Reiseleiterin, sondern wurde zur offiziellen Übersetzerin ernannt (leider hat mich davor keiner darauf hingewiesen, dass ich die Rede des deutschen Bürgermeisters am Mikro stehend übersetzen muss !!!) Dementsprechend überrascht und sprachlos war ich dann auch erst einmal.. mit dem aufmunternden Blick meiner Arbeitskollegin Cecile im Blickfeld und nach Überwindung des ersten Schocks lief das dann auch erstaunlich gut….mir kam wohl zu gute, dass Politikeransprachen wohl doch immer irgendwie das gleiche Blabla sind ;) Den Champagner, verschiedenste amuse-gueules, sowie meinen Favoriten (super leckere Scampi-Spieße in fritierten Glasnudeln) hab ich mir dann aber auch echt verdient . Wieder daheim ließ ich den Tag bei lauen 30 Grad (obwohl es schon 21 Uhr war) bei einem (deutschen) Schmöcker und (französischer) Hochzeitstorte auf der Terrasse ausklingen… - und war dabei froh, dass ich nicht diejenige war, die auf die 4 Kinder der Hochzeitsgäste aufpassen musste ;)

(Bericht über Samstag & Sonntag und heute und morgen folgt morgen oder übermorgen…verzeiht mir meine zeitliche Verzögerung, aber bei 35 Grad zieh ich dann doch den Swimmingpool vor – ne echt tolle Sache ;)

O la la …

Mai19

Seit ein paar Tagen herrschen - trotz strahlend blauem Himmel und 29 Grad (im Schatten versteht sich ;) draußen - drinnen im Office eisige Temperaturen und der erste dicke Blitzeinschlag nach all dem lauten Donnern über die vergangenen Tage hinweg wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. 

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Im Endfinale: David gegen Goliath…leider stehen Davids Chancen auf einen Sieg denkbar schlecht… Klarer Favorit ist die übermächtige “equipe d’Office”. Sie hat bereits ihre Krallen ausgefahren und steht auf Angriff. International (mehrsprachig) angetreten, klappt die Verständigung zwischen den Kontrahenten leider trotzdem eher schlecht als recht. Welche unheimliches Glück, wenn man dem ganzen aus sicherer Distanz als Beobachter beiwohnen kann (oder sollte man eher sagen “man muss” ?!?) - aber mehr, als am Ende dem Sieger zu applaudieren und den Verlierer sein Mitleid auszusprechen, bleibt einem als Zuschauer da natürlich auch nicht.

Big final - coming soon …

… schon deutlich besser

April22

Heute (was mittlerweile schon gestern ist ;) war wieder ein deutlicher besserer Tag…
Die Sonne schien nicht nur zum Aufwachen, sondern beglückte uns den ganzen Tag mit ihrer Wärme (wie schön, wenn man da einen Botengang durch die Stadt machen darf ;). Außerdem war im Office endlich wieder etwas mehr Leben und Aktion – etwas Stress und Durcheinander ist mir nämlich deutlich lieber als dummes Rumsitzen und einfach nichts zu tun. Heute Mittag kam eine große Ladung mit neuen Büchern (Reiseführer, Malbücher für Kinder, Bücher über Orange, Pflanzen, komische Käfer oder auch Kochbücher), die alle edikettiert und im „Verkaufsbereich“ drappiert werden mussen … bei der Gelegenheit musst man natürlich auch gleich mal Probelesen (man muss ja schließlich wissen, was man da an den Mann/Frau bringt ;) … auch die Leute hab ich – dank der größeren Motivation – schon viel besser verstanden und konnte ihnen deshalb auch wesentlich besser weiterhelfen… ok, von dem einen Holländer, der nach einem „plan neérlandais“ gefragt hab und ich „plan irlandais“ verstanden hab mal abgesehen ;)
Und dann abends – bevor der Mistral so richtig eingesetzt hat – noch schön draußen Barbeque im Kreise der Familie mit Rippchen (mit verdammt viel Knoblauch – waren aber trotzdem sehr lecker), Entenstopfleber (die war bääh ;), Mascarpone-Käse und als meinen persönlichen Höhepunkt „Apfeltarte“ … einfach nur leckerschmecker ;)

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An Tagen wie diesem … *sing*

April19

Gestern war mal wieder einer der Tage, an denen es besser gewesen wäre, man hätte sein Bett erst gar nicht verlassen…aber da die Sonne ihre Strahlen so herrlich durchs Fenster strahlen lies und noch dazu die Arbeit wartete, lies ich mich doch vom Aufstehen überzeugen – was zugegebenermaßen ein Fehler war… 

Die erste Arbeitsstunde noch ganz routiniert – immer alles ganz locker angehen und ja nicht stressen lassen. Erst mal die Zeitung durchblättern, was es alles heute schönes zu sehen gibt im Departement – nur leider nicht für mich, weil ich muss ja mal wieder das ganze Wochenende durcharbeiten. Auch die zweite Stunden verläuft genauso unspektakulär wie der Tag schon begonnen hat. Nur wenige bis keine Touristen finden den Weg ins Tourismusbüro. Was mach ich eigentlich hier? Statt zu arbeiten lehne ich mich zurück, hole mir ein Buch über Orange, um die Zeit wenigstens ein bisschen sinnvoll zu nutzen und nicht beim sanften Plätschern des Springbrunnens von der Tür einzuschlafen…Minute und Minute vergeht und es passiert einfach nichts… aber dann, endlich, es kommt jemand zur Tür herein. Als ich mir den „Kunden“ genauer ansehe, ahne ich schon Schlimmes: Karierter Anzug, Fliege, Brille, gesetztes Alter – das kann nichts Gutes bedeuten. Eine Sekunde später steht er vor mir und prasselt nur so auf mich mit französischen Wörtern ein – ich habe kein Wort verstanden. Frustriert, da das Nachfragen auch nicht weitergeholfen hat, verweise ich ihn an meinen Kollegen. Aber ich denke mir noch, kann ja immer mal passieren, dass man mal nichts versteht. Die gähnende Leere über Stunden hinweg und die dadurch entstandene Langeweile tragen nicht gerade zu meiner Konzentrationssteigerung bei – je weiter die Zeit fortgeschritten ist, desto weniger versteh ich die Leute, die alle Spezialfragen zu scheinen haben … Währenddessen passt sich auch das Wetter meiner Gefühllage an. Die Sonne, die morgens noch so viel Optimismus ausgestrahlt hatte, verschwindet, der Himmel wird immer dunkler, bis er ganz in eine graue Gewitterfront eintaucht. Auch meine Wut über mich selbst und darüber, dass heute wohl so gar nichts Positives am Tag zu finden ist, würde sich am liebsten wie die immer häufiger werdenden Blitze entladen… stattdessen sitze ich nur da und sehne das Ende des wohl langweiligsten und zugleich frustrierendsten Arbeitstag herbei.. das lässt sich aber bei seiner Ankunft noch sehr sehr viel Zeit – um 18.00 Uhr ist es endlich soweit – Guillaume hat Mitleid mit mir, schenkt mir die letzte halbe Stunde „Arbeit“ und entlässt mich in meinen (wohlverdienten) Feierabend – ENDLICH,… was für ein Tag.

(An Tagen wie diesem - Jamaram)

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