Couchsurfing am Lac d’Annecy
So, jetzt hab ich (Maxi) die Ehre, Manus Blog zu entern und auch ein bisschen über unsere (mittlerweile) gemeinsame Reise nach Frankreich zu schreiben.
Da die Weinernte (wegen dem 50%-Sonntagsgehaltszuschlag in Frankreich???) erst zwei Tage später beginnt als eingeplant, haben wir uns entschlossen, nach der tollen Zeit am Genfer See noch einen Stop in Annecy einzulegen. Dort gibt es auch einen (weit kleineren) See, der allerdings noch türkiser und klarer sein soll… Das war dann auch der optimale Zeitpunkt, um mal das Couchsurfen auszuprobieren. Wer es nicht kennt: Auf www.couchsurfing.com sind ca. 13 Millionen verschiedenste Leute registriert, die alle die Lust am Reisen verbindet. Das Besondere dabei ist, dass die meisten Mitglieder ihre Couch (bzw. Gästezimmer usw.) für „Fremde“ (kostenlos) anbieten, und man dadurch die Möglichkeit hat, in fremden Städten und Ländern günstig unterzukommen. Viel mehr geht es dabei allerdings darum, tolle Menschen zu treffen, deren Leben kennenzulernen, verschiedene Kulturen gegenseitig auszutauschen und möglicherweise neue Freunde fürs Leben zu finden. (das ganze ist übrigens durch ein ausgeklügeltes Verifizikations- und Empfehlungssystem sehr gut abgesichert)
Also haben wir spontan (einen Tag vor Ankunft!!) drei Leute mit sympathisch klingenden Profilen angeschrieben und in minutenschnelle eine Antwort und Einladung von Baptiste (ein geborener Annecyianer) erhalten. In Annecy angekommen und erstmal kurz im wirklich wunderschönen und kristallklaren Bergsee abgekühlt haben wir uns also auf die Suche nach Baptistes Wohnung gemacht. Dieser hatte gerade noch Wiebke, eine Hannoveranerin, die er durch ihr Auslandspraktikum bei Bosch (=sein Arbeitgeber) kannte, zu Besuch. So sind wir also zu viert mit einer Mischung aus Französisch, Deutsch und Englisch losgezogen, haben noch zwei lokale Freunde von Baptiste aufgegabelt und uns dann zu einem Skatecontest begegeben. Glücklicherweise ist Baptiste wie wir auch nicht so der coole Skatertyp und bot uns stattdessen eine Stadtführung an – was soll ich sagen: Es ist einfach ein himmelweiter Unterschied ob man mit Reiseführer durch eine fremde Stadt läuft oder mit einem Local der all die kleinen abseitigen Schönheiten, Besonderheiten und Spezialtipps kennt, und dazu noch zu allem und jedem eine kleine Geschichte parat hat!! In jedem Fall ist aber Annecy eine wunderschöne, malerische, alte Stadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist!

Da uns Baptiste mit seiner einladenden und gastfreundlichen Art von Anfang an sympathisch war, haben wir uns auf ein kleines Abenteuer eingelassen: In einer Gruppe von ca. 15 Leuten (Freunde und Freundesfreunde von Baptiste) sind wir gegen Abend (vollbepackt mit Baguette, Bratwürstchen, Käse und Bier) einen der zahlreichen Berge um den See hinaufgekurvt (Martin, die Strassen muss ich dir mal zeigen
und schließlich auf einem 500 Meter höher gelegenen traumhaften Platz angekommen. Dort haben wir uns ein ruhiges Eckchen gesucht und hatten einen gigantischen Blick, bei dem es einen als es dunkel war einfach nur den Atem verschlagen hat: Der im Mondlicht leuchtende See und außenrum die Millionen von kleinen Lichtern…einfach nur irrsinnig schön!! Dazu gemütliches Lagerfeuer mit selbstgegrillten Würstchen, Bratkartoffeln am Gaskocher, Baguette et Fromage und lauter wunderbar freundliche und aufgeschlossene Leute, mit denen man sich durch alle Sprachen wechselnd über Gott und die Welt austauschen konnte….ein Erlebnis, das sicher eines der absoluten Highlights unserer Reise sein wird!

Panorama-Foto vom Lac (leider nur Handyqualität)
Leider haben wir mangels Kamerablitz im Handy kein Foto bei Nacht, aber dieses Foto vom nächsten Morgen lässt zumindest ein bisschen was von dem Blick erahnen! Nach einem gemütlichen „Frühstück“ (das war dann so um 12
beim nächsten Bäcker und einem weiteren Bad im türkisen See mussten wir uns dann leider von all den neuen Bekanntschaften verabschieden (mit einem kleinen Gastgeschenk…u.a. ein Glas des typisch bayerischen süßen Senf) um zur Weinernte nach Pommiers bei Villefranche bei Lyon aufzubrechen.

Unsere erste „Couch“surfingerfahrung war jedenfalls mehr als nur ein voller Erfolg – vielen Dank, Baptiste, für die wunderbare Zeit und den einmaligen Anblick über den See!!

Unsere neu gewonnenen Freunde (Baptiste ist der dritte von links und Wiebke unten rechts)