August7
Nachdem schon einige Beschwerden bezüglich fehlender Blogeinträge in den letzten Tagen (und Wochen) bei mir eingegangen sind, raff ich mich jetzt also mal auf, ein bisschen über die letzte Zeit hier in Frankreich zu berichten.
Leider ist die Internet-Situation immer noch denkbar schlecht, weshalb auch meine Motivation zum Blogschreiben doch eher gering ist.. aber jetzt hab ich 4 Monate lang durchgehalten, wär ja auch schade, wenn ich es 2 Wochen vorm Ende vorzeitig beenden würde.

also, bei uns ist nun endgültig der Sommer eingekehrt.. Sommer heißt bei uns Sonnenschein und Temperaturen eigentlich immer über 30 Grad (heute waren es sogar 37 Grad.. da war ich schon fast froh, arbeiten zu dürfen, auch wenn die Klimaanlage stark zu kämpfen hatte, die Hitze im Zaun zu halten)… aber zum Baden ist das Wetter einfach super. Das hab ich in meinen vorerst letzten freien Tagen auch ausgiebig ausgenutzt. Einen Tag war ich im Schwimmbad in Laudan. Das besondere daran war, dass mich meine Vermieterin dorthin begleitet hat.. sozusagen ein Frauenausflug.. war eigentlich eine ganz lustige Tour.. auch wenn mir während der Autofahrt nicht so geheuer war. (Nicht nur wegen Frau am Steuer, Ungeheuer, sondern alte Frau am Steuer..aber ich schein es überlebt zu haben… und die „Passauer-Umgebungs-Erkundungstour“ mit M&M war dann doch noch schlimmer ;). Auf der Strecke zum Bad hab ich nicht nur viele Weinfelder gesehen (und inmitten der Weinreben mich mit Rückschmerzen, Sonnenbrand und -Stich beim Ernten in Vorfreude auf September), sondern auch nen echt tollen Weiher.. an nen anderen tollen, sonnig, warmen Tag kam ich dann nämlich auf die (dumme) Idee, wie toll es doch wäre, mit dem Rad zu dem Weiher zu fahren.. die Fahrt hat sich dann leider doch etwas in die Länge gezogen – dummerweise waren die Schattenplätze auf der Strecke dorthin auch recht begrenzt, naja, dafür wehte ein angenehmes Lüftchen namens Mistral…hm..dort angekommen, wurde ich dann erstmal von einem großen Warnschild in roter Schrift darauf hingewiesen, dass das Baden hier verboten sei.. Sonnen war nach der Radltour in der prallen Mittagssonneauch nicht mehr so richtig angesagt..naja, aber chillen im Schatten war dann doch ganz schön.. und zum grönenden Abschluss noch Birnen vom Feld neben dem See geerntet..bevor es dann wieder auf die beschwerliche Heimfahrt ging.

Man sollte meinen, dass ich aus meinen Fehlern lerne und diese Tour nicht noch einmal machen würde, aber genau das Gegenteil war der Fall – das Wetter war einfach zu gut, die Lust auf Erfahrungsbericht schreiben viel zu gering und die damit gewonnene Freizeit zu groß. Aber dass es nicht wieder in Sport (und das bei den Temperaturen) ausartet hab ich mich dazu entschieden, den Weiher in Caderousse anzusteuern. Das ist eigentlich nur 6km von Orange entfernt. Nach Caderousse zu finden war auch noch nicht das Problem – das began erst mit der Suche nach dem Weiher. So bin ich geradelt und geradelt, die beschriebenen 500m kamen mir (wahrscheinlich nicht nur) vor wie ein paar Kilometer ohne ein Ziel in Sicht. Was mach ich also, kehre um, mach die große Tour ums und durchs Dorf, nur um festzustellen, dass ich quasi schon am Weiher war (und nur noch eine Kurve weiterfahren hätte müssen).. fahr also wieder die gleiche Strecke zurück und stell fest, dass der Weiher nicht wirklich schön ist und beschließe daraufhin doch wieder zum anderen Weiher zu fahren. Man sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass an diesem Tag richtig starker Mistral war, der nicht nur dazu führte, dass der Weiher so gut wie ausgestorben war, sondern mir auch die fahrt nicht gerade erleichterte.
(Meine Tour ging dummerweise immer mehr oder weniger an der Rhone entlang). Die letzten Kilometer kämpfte ich dann frontal gegen den Wind an..da hätt ich auch schieben können, langsamer wär ich da auch nicht gewesen…mit den letzten Kräften (und viel fluchen) kam ich aber dann doch noch irgendwann wieder heil in Orange an … eine (nicht mehr ganz so) gesunde Gesichtsfarbe hatte ich nach dem Tag dann auch.. eins ist aber sicher – da werd ich auf jeden Fall nicht mehr mit dem Rad hinfahren – v.a. nicht, wenn Mistral angesagt ist
Natürlich habe ich auch noch ein paar kleine Ausflüge gemacht. Die großen Städte hab ich ja alles schon besichtigt, deswegen blieb nur mehr Avignon und Arles übrig. Avignon kenn ich ja mittlerweile schon ganz gut, zumindest die Innenstadt, lieben gelernt hab ich es trotzdem noch nicht..(und werd ich wohl auch nicht so schnell). Da dort aber den ganzen Juli lang ein Festival statt fand, wollte ich es mir natürlich nicht entgehenlassen,wenn schon mal was in der Gegend los ist… und die Fahrt hat sich wirklich gelohnt. Die ganze Stadt war wie verwandelt.. Es gab wohl auch keinen Gartenzaun, der nicht mit geschätzten 100000 Postern zugekleistert war. Gegen Abend hin, präsentierten sich an allen Plätzen und Straßen und einfach überall Künstler, Sänger, Musiker, Zauberer, Comedians, Artisten und was es da sonst noch so alles gibt, um für ihre Abendveranstaltungen zu werben.. das hat eine einzigartige Stimmung gezaubert und die Stadt echt verändert..doch leider ging der letzte Zug zurück nach Orange schon viel zu früh (um halb9) und ich hab nichtwirklich viel vom Festival d’Avignon mitbekommen… aber vielleicht ein Grund nächstes Jahr zurück zu kommen ?!?!



Gestern war ich dann in Arles. Eine verträumte Kleinstadt – wären da nicht die Massen von Touristen und das, was die dann eben so mit sich bringen: Souvenirstände, Schnellimbiss, Kartenstände,.. davon abgesehen, hat es mir dort aber echt gut gefallen, auch wenn die Arena jetzt nicht so wirklich beeindruckend war.. und wenn man das Theater in Orange kennt, dann versteht man auch nicht, wieso die Leute Eintritt bezahlen, um das antike Theater in Arles zu besichtigen, das man – nebenbei bemerkt – auch schon außerhalb des Zauns sieht. Was allerdings wirklich toll war, waren die vielen, kleinen, stylisch-gemütlichen Cafés..nicht nur das Café la Nuit. Dazu hat mir dann aber doch (mal wieder) der Ratschpartner für einen Kaffeeklatsch gefehlt. (Einen heißen Franzosen aufzureissen hat auch nicht funktioniert, weil wohl mehr Holländer dort waren, wie Arlerianer ?!? Außerdem hätte da wohl jemand was dagegen gehabt
Ich hab dann mit der Parkbank und einen guten Buch vorlieb genommen

Mittlerweile sind auch die Chorégies, die Opernfestspiele in Orange, bereits rum und damit auch die größten Touristenströme passé…die habe ich auch so gut es ging mitgenommen…was sie hier alle an den Sänger Roberto Alagna finden, konnte ich allerdings nicht herausfinden.. aber irgendwie scheint man hier auf etwas nennen wir es mal vorsichtig ausgedrückt „schmalzige Typen“ (siehe auch Patrick Fiori) zu stehen..jedem das seine
Mein persönliches Highlight des Sommers steht noch bevor: Am Samstag ist es soweit: Der Buena Vista Social Club live im antiken Theater und ich dabei … wobei ich da auch sehr gern im Einöderschen Garten beim Grillen wäre… aber man kann wohl nicht alles haben (das mit dem Stück Torte wird wohl auch eher nichts werden
die nächsten 7 Tage ist erstmal arbeiten, arbeiten, arbeiten angesagt, da wird es dann also vermutlich von
meiner Seite wieder ein bisschen ruhiger werden (über die Arbeit gibt es nicht allzu viel interessantes zu erzählen, außer vielleicht, dass es unerträglich ist, wenn den Leuten die Hitze auf die Laune schlägt…). Am übernächsten Wochenende geht es dann nochmal für einen Tag an den Strand, dass ich dann auch eine sommerliche Bräune habe, wenn ich mit Maxi ab Ende August Var und die Côte d’Azur unsicher mache…oder anders ausgedrückt: Wenn wir uns beide, vor der Weinernte Anfang September, nochmal erholen
(ja, das kann man auch schon im Voraus machen .. aber keine Angst, danach geht’s natürlich auch nochmal in den Urlaub – irgendwie muss man das verdiente Geld ja wieder los werden